Freitag, 13. Februar 2009

Zimt-Bananen-Schnecken

Ich werfe Lebensmittel nur ungern weg. Als ich zum wiederholten Mal schwarze Bananen entsorgen musste, suchte ich nach einer eleganten Lösung matschige, überreife Bananen zu verarbeiten. Als Erstes kamen die Bananenbrot-Rezepte dran, die besten, die ich fand, kamen aus dem Süden der USA - sehr buttrig und sehr süß. Doch der Begriff „Brot“ machte mich etwas stutzig, denn allesamt waren es Rührteig-Rezepte. Schmeckt zwar super, ist aber eher Kuchen als Brot. Brot ist für mich vor allem Hefeteig - aber wie passt da die Banane hinein? Nach einigen Versuchen entwickelte ich dieses Rezept, bei dem der Hefeteig nicht nur ein besonderes Aroma erhält sondern auch länger weich bleibt. Es ist zwar immer noch nicht das klassische Brotrezept, aber als süßes Frühstücksbrötchen kann es durchaus bestehen.



200 g überreife Bananen
50 g weiche Butter
1 großes Ei
125 ml Milch
100 ml Creme Fraiche (Saure Sahne ist auch OK)
1 EL Vanilleessenz

Diese Zutaten in einen Rührbecher geben und mit einem Zauberstab pürieren.
Dann einen Würfel Frischhefe hineinbröseln und gut umrühren.

In einer großen - wirklich großen - Schüssel diese Zutaten miteinander vermischen:
700 g Mehl
80 g Zucker
80 g Rosinen (diese können auch in Rum eingelegt sein)
Prise Salz

Die Hefemischung in diese Schüssel gießen, und mit einem Löffel alles grob vermischen. Nun geht es weiter mit der Hand. Der Teig muss intensiv geknetet werden, ist er zu feucht kann man etwas mehr Mehl nehmen, aber das Mehl immer nur löffelweise hinzufügen und verkneten. Beim Hefeteig muss man nach Gefühl arbeiten. Eher mehr kneten als zu wenig. Wenn der Teig matt glänzend und zu einer lockeren Kugel formbar ist, ohne dass etwas an den Händen hängen bleibt – dann ist er fertig. Nun ein sauberes Geschirrtuch über die Schüssel legen und ab damit an den wärmsten Platz in der Wohnung – warm und zugluftfrei sollte der Teig nun etwa 90 Minuten gehen.
In der Zwischenzeit kann man die Zutaten für die Füllung schon mal vorbereiten:

100 g Karamellen – die weichen, die man schneiden kann, nicht die dragierten!
Die Karamellen grob hacken

2 EL Honig
2 EL Zucker
In einem kleinen Topf miteinander verschmelzen

2 EL Zimt
3 EL Zucker
in einer kleinen Schüssel verrühren

Eine rechteckige Tortenform buttern. Man kann auch eine Auflaufform nehmen, man braucht eine Fläche, die etwa DIN A4 groß ist.

Mittlerweile muss die Teigkugel ums Doppelte gewachsen sein.
Den Teig aus der Schüssel nehmen und wieder flach kneten. Auf einem Küchentuch rechteckig in Form ziehen (knappes DIN A3 Zeichenblock-Format). Auf diese Hefedecke verteilt man gleichmäßig die Karamellstückchen, drückt sie etwas an, pinselt die Butter-Honig-Mischung drüber und bestreut sie üppig mit dem Zimtzucker.

Nun rollt man den Teig mit Hilfe des Küchentuchs in eine lange Roulade fest ein. Küchentuch entfernen und die Rolle in 4 cm dicke Scheiben schneiden. Diese, mit der Schnittfläche nach unten, nebeneinander in die Form legen. Die Scheiben dürfen sich berühren sollten sich aber einander nicht aufdrängen. Und nun, wieder Küchentuch drüber und ab indie warme Ecke für eine gute halbe Stunde. In der Zwischenzeit den Ofen auf 190 Grad vorheizen.

Die Zimt-Bananen-Schnecken in die Mitte des vorgeheizten Ofens schieben und eine halbe Stunde backen. Den goldbrauenen Kuchen aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten abkühlen lassen und dann erst aus der Form lösen.

Wer es noch süßer mag, kann eine schnelle Puderzucker Glasur machen und den Kuchen damit bestreichen – muss aber nicht unbedingt sein.

Dienstag, 10. Februar 2009

Straßenkinder? Nicht nur in Bogota!

Meine Eltern waren nie gewalttätig, keine Alkoholiker, kein Drama - solide Mittelschicht. Mir war es zu eng. Eine lange Geschichte. Mit elf Jahren bin ich dann von zu Hause weggelaufen. Ich wusste nicht wohin, wollte irgendwo neu anfangen, schließlich könnte ich ja alleine viel besser klar kommen. Hatte sogar mein Mathematik und Latein-Buch mitgenommen. Es war ja nicht so, dass ich nicht mehr lernen wollte. Ich wollte frei sein. Frei könnte ich bessere Entscheidungen für mich treffen. Als erstes sollten die Zöpfe ab, und dann sehen wir weiter...So die Idee einer Elfjährigen.

Im Gegensatz zu anderen Kindern, die von zu Hause weglaufen, hatte ich jedoch eine Tasche voller Geld dabei. Ich sah älter aus und konnte in Hotels übernachten, und falls mal einer am Empfang nachfragte , so erzählte ich, die Eltern kämen morgen nach. Mein Vater kam tatsächlich gute zwei Wochen später nach. Er träumte, wo er mich finden würde und fuhr nachts sofort quer durch Deutschland, um mich wieder nach Hause zu holen. Auch wenn ich mir nicht, wie die meisten anderen Kinder, übers Essen oder die Übernachtung Sorgen machen musste, so wäre ich froh gewesen, einen Ansprechpartner zu haben, der nicht sofort die Polizei informiert und mich zurückgebracht hätte, jemand der zuhört, versteht und vermittelt.

Durch "meinen" Pater, mit dem ich wöchentlich Gespräche führe, wurde ich auf das Projekt "upstairs - Schutz für Straßenkinder" aufmerksam. Das Thema hat mich sofort angesprochen. Ich muss zugeben, dass ich sehr überrascht war, dass es in unserer Stadt so viele Kinder gibt, die aus den verschiedensten Gründen von zu Hause weglaufen. Die Anlaufstelle von upstairs wird jeden Tag von zwei bis sechs Kindern aufgesucht. Sie finden dort ein offenes Ohr, Essen, Übernachtung - einen Ruhepol und Schutz. Besonders positiv aufgefallen ist mir, dass das Projekt "Schutz für Straßenkinder" heißt und nicht "Hilfe für..." - denn noch vor all der aktiven Hilfe, die sicher auch gewährleitstet wird, brauchen diese Kinder einen sicheren Platz zum Aufatmen.

Endlich ein Projekt, welches ich mit bestem Gewissen unterstützen kann. Rund 75.000 Euro werden pro Jahr benötigt um es am laufen zu halten. Und schon für knapp 50 Euro kann einem Kind eine Woche bei upstairs gesichert werden.

Meinen kleinen Dawanda-Shop habe ich jetzt auch umgestellt, der Verkaufserlös, abzüglich der Dawanda-Gebühr und der Versandkosten werden dem Projekt zu Gute kommen. Das motiviert mich in Zukunft mehr Sachen dort reinzustellen und zu verkaufen.

Sonntag, 8. Februar 2009

Last Minute Idee für den Valentinstag

Ich verschenke genauso gern, wie ich Geschenke bekomme - dabei ist es mir egal ob mit oder ohne Anlass. Gegen den Valentinstag habe ich überhaupt nichts einzuwenden, auch wenn das Herleiten dieses Feiertages tatsächlich etwas im Dunkeln liegt. Eine ausführliche Info über den Hl. Valentin als Patron dieses Tages gibt es hier. Aber was kann am Schenken schon verkehrt sein!

Es muss ja nichts Großes sein. Die gute Absicht und die liebevolle Umsetzung sind viel mehr wert. Auch eine Tafel Schokolade kann Freude machen und mit minimalen Aufwand als persönliches Geschenk überreicht werden. Mit einem individuellen Einwickelpapier, wird die Tafel Schokolade zur Grußkarte - und das last minute. Warum also am Valentinstag nicht auch die gute Freundin überraschen?

Hier, auf meinem Server, könnt Ihr das Einwickelpapier-Design "Schokofreunde", wie das hier oben auf dem Foto, runterladen. (Klick rechte Maustaste, "Ziel speichern unter..." ) Bitte im Querformat bunt ausdrucken, empfehlenswert ist glänzendes Fotopapier (DIN A4 ). Wenn Ihr Euch beim Schneiden an die Bordüre haltet, so passt das Format perfekt für eine Tafel Schokolade der Firma Sarotti - bei Milka müsst Ihr etwas weißen Rand lassen. Umwickeln, evt. Überschuss wegschneiden, zukleben. Hinten könnt Ihr noch eine persönliche Nachricht schreiben. Fertig.
Viel Spaß!

Donnerstag, 5. Februar 2009

Das vierte Bild aus dem vierten Ordner

In den letztenTagen dachte ich noch, wie schade es ist, das kein Mensch kommentiert - ich gebe es ja zu, ich bin auch kein großer Kommentator, aber trotzdem! Per Zufall habe ich nun entdeckt, dass hier schon längst kommentiert wird und ich zu dem auch noch getaggt worden bin - sollte ich da nicht eine Mail von blogspot bekommen? Vermutlich habe ich die Einstellungen hier noch nicht im Griff.
Also, zurück zum Thema, ich bin getaggt worden von der aparten und talentierten Rhomy ( die Kleider, die sie macht lassen meine 10 Kleiderbügel Vision wieder verblassen!) . Die kleine Aufgabe war das vierte Bild aus dem vierten Ordner zu posten.

Hier ist es:
Wir wohnen am Statdtrand zum Wald hin. Verstreut gibt es hier einige kleine Gartenhäuschen. Eines davon geriet letzten Herbst durch eine kleine Gasexplosion in Flammen und brannte völlig ab. Das Häuschen war unbewohnt, nur im Sommer kamen die Besitzer, um sich in der Wiesbadener Frischluftschneise, etwas zu erholen.
Wenn ich da schon meine "Weggeben- und zwar schnell"- Kisten gehabt hätte, so hätte ich sicher keine Zeit gehabt, um ein Foto zu machen ;-)

Der komplizierte Teil ist es nun dieses Tag weiter zu reichen... Da muss ich mich gleich umschauen, wer es noch nicht hat.

x Stapel + Kehrwoche = konsumkritische Visionen²

... noch ein langer Weg und noch so viel Geröll!

Im Moment wäre es bei uns zu Hause weitaus ordentlicher, wenn ich gar nicht erst mit dem Entstapeln und Aufräumen angefangen hätte. Nimmt das denn kein Ende? Wessen Idee war das überhaupt?!? Ich bin nun restlos überzeugt: Besitz belastet. Immer weniger Dinge landen daher in den "Könnte ich noch gebrauchen"-Kisten und immer mehr in den "Weggeben - und zwar so schnell wie möglich"-Kisten. Sogar eine Vision, von einem schmalen, eintürigen Kleiderschrank, tauchte vor meinem inneren Auge auf - statt wie jetzt 4 Meter Klamotten am Stück, nur noch zehn einfach behängte Kleiderbügel. Es liegt wohl am Fasten, dass mich dieses Bild auch noch irre glücklich macht ... Betonung auf irre.

Übrigens: Das Foto ist eine Aufnahme vom Jakobsweg, auf dem ich vor drei Jahren mit meiner Mutter gewandert bin - noch von dem Hape-Hype - und auch dieser lange Weg hatte ein gutes Ende.

Dienstag, 3. Februar 2009

Birnenkuchen mit Mandeln und Schokolade

Beim Aufräumen fiel mir noch mein Wochenend-Kuchenrezept in die Hände. Bisher klappt es mit dem Archivieren meiner Rezepte ganz gut, auch wenn ich manchmal ein paar Tage im Rückstand bin. Dieser Birnenkuchen ist in der Vorbereitung sehr einfach, man mixt alles nur in einer Schüssel, streicht es in die Form und läßt sich schon während der Backzeit von einem Vanille-Butter Duft, den keine Duftkerze der Welt so hinbekommt, verzaubern.

150 g Mehl
100 g gemahlene, blanchierte Mandeln
175 g Butter, kalt und kleingehackt
160 g brauner Zucker
1 Vanilleschote
evt. etwas Zimt
2 große Eier
1 Dose Birnen (oder 5 in Zuckersirup gekochte Birnen), abgetropft
75 g Lieblingsschokolade grobgehackt
3 EL brauner Zucker zum Bestreuen

Den Ofen auf 160° vorheizen. Eine runde Kuchenform mit Backpapier auslegen und buttern.
Das Mehl mit den Mandeln und der Butter vermischen, bis es wie grober Grieß aussieht. Den Zucker, den Inhalt der Vanilleschote und die Eier dazurühren bis ein einheitlicher Teig entsteht. An dieser Stelle kann man auch einen Teelöffel Zimt hineinrühren. Zwei Birnen in Stücke schneiden und zusammen mit der Schokolade unter denTeig rühren.

Den Teig in die Form streichen. Die restlichen Birnen in Spalten schneiden und den Kuchen damit kreisförmig belegen. leicht andrücken, in die Mitte des Ofens stellen und eine Stunde backen. Nach etwa zwanzig Minuten Backzeit den Kuchen mit braunem Zucker bestreuen. Daraus entsteht dann eine aromatische Zuckerkruste.
Lauwarm kann man dazu Eis servieren, aber abgekühlt und pur schmeckt es auch sehr gut!

Montag, 2. Februar 2009

Kehrwoche

Ist das nicht ein drolliges Bildchen, eine Postkarte übrigens, aus den 50-ern? Putzen kann doch soooo viel Freude machen ... ja, klar...

Apropos Putzen. Beim Fasten entschlackt der Körper. Auch wenn das Wort entschlacken nicht gerade physiologisch korrekt ist, so sind sich mittlerweile die Mediziner einig, dass beim Fasten tatsächlich der Körper als erstes Zellen abbaut, die er nicht braucht oder die krank sind. Die eingesparte Verdauungsenergie wird also im Körper genutzt, um eine Art Großputz zu veranstalten. Da ist es meist eine Frage von wenigen Fastentagen, bis man sich umschaut und merkt, dass auch die Wohnung, der Kleiderschrank, das Heimbüro etc. einen vorgezogenen Frühjahrsputz brauchen.

Ich habe mich erfolgreich dagegen gewehrt und mir eingeredet, dass alles doch wunderbar ist, solange ICH alles wiederfinde. Gestern konnte ich jedoch ein bestimmtes Buch nicht finden - Katastrophe- egal wie hoch die Stapel, so konnte ich mich immer darauf verlassen, mit schlafwandlerischer Sicherheit Bücher aus meiner riesigen Sammlung innerhalb von Sekunden zu orten. Oh Schreck, vielleicht sind beim Fasten ein paar Gehirnzellen abgebaut worden!?! Gestern dauerte es Stunden bis ich endlich "Organizing from the inside out" in Händen hielt. Zwischendurch entdeckte ich auch noch andere Dinge und Bücher, die ich längst vergessen hatte - deshalb dauerte die Suche ja auch etwas länger. Sehr unproduktiv - wenn das Suchen denn wenigstens Spass gemacht hätte... Dann schaute ich mich zu Hause etwas um, etwa wie ein Museumsbesucher und sah überall Stapel, und nicht nur kleine, übersichtliche Häuflein, sondern Bücher-, Zeitschriften- und Kopienberge, die mich als eine wahre Hochstaplerin ausweisen könnten.

Also fängt heute meine Kehrwoche an, ein aus aktuellem Anlaß vorgezogener Frühjahrsputz. Fünf Tage in denen ich endlich mit System "Klar Schiff" machen werde. Eine Klasse-Hilfe für kleine Messies wie mich ist in diesem Fall die FlyLady - eine US-Website, die hilft, zumindest den Haushalt, in den Griff zu bekommen und zwar in 15 Minuten Schritten. Das Motto ist hier minimaler Aufwand, maximaler Erfolg - eines meiner Lieblingsmottos! Hier das Beispiel eines wöchentlichen Routine-Putzplans auf flylady.net (auf Englisch). Über die deutsche FlyLady-Yahoogruppe kann man sich täglich den Putzplan als Mailanleitung und Erinnerung in Deutsch zuschicken lassen.

Für die Organisation meines Home-Offices inklusive der zeitlichen Abläufe, werde ich mir Julie Morgenstern Tipps aus "Never Check E-Mail in the Morning" zu Herzen nehmen. Ich arbeite an sehr vielen Projekten gleichzeitig, so dass es leider häufig passiert, dass mal das ein oder andere stiefmütterlich behandelt wird. Das muss man doch alles irgendwie eleganter jonglieren können.