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Mittwoch, 24. Februar 2010

Zuckerschock um drei Uhr früh


Zu den Freuden des Stillens gehört es für mich, nachts um drei, eine kleine Runde im Haus zu drehen. Das Baby schläft wieder, alle anderen Hausbewohner haben noch gute vier Stunden Schlaf vor sich. Man hört nur leise das Ticken der Uhr. Und das Summen des Kühlschranks, aber dazu später. Ich finde nichts seliger und beruhigender als dieses Gefühl der friedvollen Stille.

Damit die Runde aber rund wird muss auch die Küche durchschritten werden und da gibt es immer mal wieder einen Zwischenstopp. Am Kühlschrank. Dem friedlich brummenden. Vermutlich bin ich die einzige Frau, die während der Stillzeit zunimmt - damit das nicht so bleibt, hier das Rezept für eine Art Snack, der im Geschmack an Twix erinnert als er noch Raider hieß und sofort nächtliche Energiereserven auffüllt ..... und für eine stetige Gewichtszunahme sorgt.

Schoko Toffee Schock

Zwei Päckchen Tuc-Kekse (ja, die salzigen)
250 g Butter
250 g brauner Zucker
300 g feine dunkle Vollmilchkuvertüre (gehackt)

Den Backofen auf 160° Vorheizen. Auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech die Tuc-Kekse nebeneinander ausbreiten. Die kurzen Kanten sollten sich leicht überlappen.
In einem kleinen Topf den braunen Zucker schmelzen und mit der Butter zum Toffee einkochen. Vorsicht: Diese Mischung wird sehr heiß!
Das Toffee über die Kekse gießen, verstreichen, und das Blech für etwa 5 Minuten in den Backofen schieben.
Herausnehmen, mit den Schokoladenstückchen bestreuen und wieder zurück in den nun ausgeschaltetetn!! Ofen stellen. Nach drei Minuten müsste die Schokolade geschmolzen sein und kann mit einem langen Messer glatt gestrichen werden. Kurz draußen abkühlen lassen, danach in den Kühlschrank stellen. In kleine Stücke schneiden und im Kühlschrank abgedeckt aufbewahren.

Freitag, 13. Februar 2009

Zimt-Bananen-Schnecken

Ich werfe Lebensmittel nur ungern weg. Als ich zum wiederholten Mal schwarze Bananen entsorgen musste, suchte ich nach einer eleganten Lösung matschige, überreife Bananen zu verarbeiten. Als Erstes kamen die Bananenbrot-Rezepte dran, die besten, die ich fand, kamen aus dem Süden der USA - sehr buttrig und sehr süß. Doch der Begriff „Brot“ machte mich etwas stutzig, denn allesamt waren es Rührteig-Rezepte. Schmeckt zwar super, ist aber eher Kuchen als Brot. Brot ist für mich vor allem Hefeteig - aber wie passt da die Banane hinein? Nach einigen Versuchen entwickelte ich dieses Rezept, bei dem der Hefeteig nicht nur ein besonderes Aroma erhält sondern auch länger weich bleibt. Es ist zwar immer noch nicht das klassische Brotrezept, aber als süßes Frühstücksbrötchen kann es durchaus bestehen.



200 g überreife Bananen
50 g weiche Butter
1 großes Ei
125 ml Milch
100 ml Creme Fraiche (Saure Sahne ist auch OK)
1 EL Vanilleessenz

Diese Zutaten in einen Rührbecher geben und mit einem Zauberstab pürieren.
Dann einen Würfel Frischhefe hineinbröseln und gut umrühren.

In einer großen - wirklich großen - Schüssel diese Zutaten miteinander vermischen:
700 g Mehl
80 g Zucker
80 g Rosinen (diese können auch in Rum eingelegt sein)
Prise Salz

Die Hefemischung in diese Schüssel gießen, und mit einem Löffel alles grob vermischen. Nun geht es weiter mit der Hand. Der Teig muss intensiv geknetet werden, ist er zu feucht kann man etwas mehr Mehl nehmen, aber das Mehl immer nur löffelweise hinzufügen und verkneten. Beim Hefeteig muss man nach Gefühl arbeiten. Eher mehr kneten als zu wenig. Wenn der Teig matt glänzend und zu einer lockeren Kugel formbar ist, ohne dass etwas an den Händen hängen bleibt – dann ist er fertig. Nun ein sauberes Geschirrtuch über die Schüssel legen und ab damit an den wärmsten Platz in der Wohnung – warm und zugluftfrei sollte der Teig nun etwa 90 Minuten gehen.
In der Zwischenzeit kann man die Zutaten für die Füllung schon mal vorbereiten:

100 g Karamellen – die weichen, die man schneiden kann, nicht die dragierten!
Die Karamellen grob hacken

2 EL Honig
2 EL Zucker
In einem kleinen Topf miteinander verschmelzen

2 EL Zimt
3 EL Zucker
in einer kleinen Schüssel verrühren

Eine rechteckige Tortenform buttern. Man kann auch eine Auflaufform nehmen, man braucht eine Fläche, die etwa DIN A4 groß ist.

Mittlerweile muss die Teigkugel ums Doppelte gewachsen sein.
Den Teig aus der Schüssel nehmen und wieder flach kneten. Auf einem Küchentuch rechteckig in Form ziehen (knappes DIN A3 Zeichenblock-Format). Auf diese Hefedecke verteilt man gleichmäßig die Karamellstückchen, drückt sie etwas an, pinselt die Butter-Honig-Mischung drüber und bestreut sie üppig mit dem Zimtzucker.

Nun rollt man den Teig mit Hilfe des Küchentuchs in eine lange Roulade fest ein. Küchentuch entfernen und die Rolle in 4 cm dicke Scheiben schneiden. Diese, mit der Schnittfläche nach unten, nebeneinander in die Form legen. Die Scheiben dürfen sich berühren sollten sich aber einander nicht aufdrängen. Und nun, wieder Küchentuch drüber und ab indie warme Ecke für eine gute halbe Stunde. In der Zwischenzeit den Ofen auf 190 Grad vorheizen.

Die Zimt-Bananen-Schnecken in die Mitte des vorgeheizten Ofens schieben und eine halbe Stunde backen. Den goldbrauenen Kuchen aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten abkühlen lassen und dann erst aus der Form lösen.

Wer es noch süßer mag, kann eine schnelle Puderzucker Glasur machen und den Kuchen damit bestreichen – muss aber nicht unbedingt sein.

Dienstag, 3. Februar 2009

Birnenkuchen mit Mandeln und Schokolade

Beim Aufräumen fiel mir noch mein Wochenend-Kuchenrezept in die Hände. Bisher klappt es mit dem Archivieren meiner Rezepte ganz gut, auch wenn ich manchmal ein paar Tage im Rückstand bin. Dieser Birnenkuchen ist in der Vorbereitung sehr einfach, man mixt alles nur in einer Schüssel, streicht es in die Form und läßt sich schon während der Backzeit von einem Vanille-Butter Duft, den keine Duftkerze der Welt so hinbekommt, verzaubern.

150 g Mehl
100 g gemahlene, blanchierte Mandeln
175 g Butter, kalt und kleingehackt
160 g brauner Zucker
1 Vanilleschote
evt. etwas Zimt
2 große Eier
1 Dose Birnen (oder 5 in Zuckersirup gekochte Birnen), abgetropft
75 g Lieblingsschokolade grobgehackt
3 EL brauner Zucker zum Bestreuen

Den Ofen auf 160° vorheizen. Eine runde Kuchenform mit Backpapier auslegen und buttern.
Das Mehl mit den Mandeln und der Butter vermischen, bis es wie grober Grieß aussieht. Den Zucker, den Inhalt der Vanilleschote und die Eier dazurühren bis ein einheitlicher Teig entsteht. An dieser Stelle kann man auch einen Teelöffel Zimt hineinrühren. Zwei Birnen in Stücke schneiden und zusammen mit der Schokolade unter denTeig rühren.

Den Teig in die Form streichen. Die restlichen Birnen in Spalten schneiden und den Kuchen damit kreisförmig belegen. leicht andrücken, in die Mitte des Ofens stellen und eine Stunde backen. Nach etwa zwanzig Minuten Backzeit den Kuchen mit braunem Zucker bestreuen. Daraus entsteht dann eine aromatische Zuckerkruste.
Lauwarm kann man dazu Eis servieren, aber abgekühlt und pur schmeckt es auch sehr gut!

Sonntag, 25. Januar 2009

Marmorkuchen "No Regrets" – Keine Reue


Marmorkuchen war nicht unbedingt in meiner TopTen der Lieblingskuchen, eher meine letzte Wahl. Meist ist er mir zu trocken und hat einen Backpulvernachgeschmack, der einen zwingt sofort mit Tee nach zu spülen. Da lasse ich ihn lieber stehen.
Dabei ist der arme Marmorkuchen nur das Opfer von Rezeptveränderungen, deren Sinn es war Kalorien zu sparen - leider auf Kosten des Geschmacks und der Konsistenz. Die ältesten Rezepte, die ich fand, sind von 1875 und verlangen nach bis zu 17 Eiern - natürlich auch nach echter Butter, echter Sahne und feiner Schokolade.
Ich muss zugeben, dass ich zunächst recht unwillig war mit Marmorkuchen zu experimentieren, denn ich empfand ihn als einen langweiligen Kuchen, aus dem man nicht viel machen könnte, außer mit Grand Marnier übergießen und ihn so für den Gaumen gefügig zu machen. Wie habe ich mich nur geirrt! Das Rezept mit den 17 Eiern ist gar nicht so schlecht, doch es macht aus dem Kuchen eine Hauptmahlzeit. Doch Schokolade statt Kakao zu nehmen ist essentiell, die Farbe der dunklen Teigschicht ist satter und der Geschmack - unvergleichlich!

Hier nun mein erprobtes Rezept, dass zwar ein paar Eier weniger hat als das Original, aber bisher alle Marmorkuchenzweifler überzeugen konnte – zu aller erst mich! Der Kuchen ist locker, samtig, schokoladig und ohne künstlichen Nachgeschmack!


Als erstes den Backofen auf 160° vorheizen; Backrost im unteren Drittel platzieren. Eine große Marmorkuchenform mit Butter fetten und mit Biskuitbröseln bestreuen. Ich nehme eine mittlere Form und ein kleine. Da habe ich gleich ein kleines Geschenk, falls ich eins brauche.

Zunächst bereitet man den hellen Grundteig vor. Dafür braucht man:

350 g Mehl
350 g Zucker
2 TL Backpulver
Prise Salz
350 g Butter – leicht erwärmt: nicht flüssig aber weich!
1 Vanilleschote
4 EL Whiskey, Rum oder Obstbrand
7 große Eier

In einer großen Schüssel das Mehl, den Zucker, das Backpulver und Salz mit einer Gabel sorgfältig vermischen. Nun die weiche Butter einrühren und den Whiskey. Die Vanilleschote auskratzen und die Vanillekörnchen in den Teig mischen. Nun den Mixer nehmen und ein Ei nach dem anderen in den Teig rühren, bis eine lockere, leicht schaumige, helle Creme entstanden ist. Der Grundteig ist damit fertig.

Für den dunklen Teig nehme ich:
175 g halbbittere, geschmolzene Schokolade, die, die man auch sonst gerne essen würde!
2 EL Sahne
½ TL Backpulver
3 EL Whiskey, Rum oder Obstbrand

In einer anderen Schüssel verrührt man nun das Backpulver mit der Sahne und dem Whiskey. Die geschmolzene, leicht abgekühlte Schokolade damit vermischen. 500 Gramm des Grundteigs dazurühren und alles gründlich miteinander vereinigen.

Das Marmorieren: In die vorbereitete Form füllt man nun die Hälfte des hellen Teigs, dann den braunen Teig obenauf und als letzte Schicht wieder den hellen Teig. Den Teig einfach in die Form reinplumpsen lassen, also nichts glatt streichen oder drücken! Für die Marmorierung nimmt man ein breites, stumpfes Messer und taucht am Rand der Form bis zum Boden ein und hebt mit Wellenbewegungen das Messer von unten nach oben; bitte nur einmal an jeder Stelle, sonst zerstört man den Marmoreffekt. Also lieber weniger als zu viel.
Den Kuchen nun so wie er ist, also mit unregelmäßiger Oberfläche, für eine Stunde in den Ofen schieben.
Garprobe mit einem Holzspießchen machen - rausholen, abkühlen lassen und etwa nach 15 Minuten stürzen. Später noch mit Puderzucker bestäuben. Ein klassischer Marmorkuchen, der so gut schmeckt, dass man keinen Gedanken an Kalorien mehr vergeudet und nichts bereut!


Dienstag, 20. Januar 2009

Brötchen, die glücklich machen

Diese Brötchen machen glücklich, ich nenne Sie "Happy Biscuits", mein Mann nennt sie "Die könnte-man-glatt-verkaufen-Brötchen", ...wenn er sie vorher nicht alle selbst essen würde.
Mich machen Sie rund um happy, denn sie sind sehr schnell gemacht und trotz Backzeit kann man sie etwa eine Stunde vor dem Essen zubereiten. Meinen Mann machen sie happy, weil sie lecker schmecken.
Da ich selbst kein Fleisch esse, aber mein Mann ohne Fleisch nicht leben kann - davon ist er überzeugt - habe ich immer Notfallportionen von Chili con Carne oder Gulasch tiefgefroren. Als perfekte Beilage gibt es dazu immer meine Happy Biscuits.
In etwa zehn Minuten ist der Teig zubereitet, inkl. Aufräumen, und während das Chili sanft auf dem Herd erhitzt wird, backen die Brötchen im Ofen. Aber man muss schon gerne im Teig herummatschen, denn das meiste ist Handarbeit - doch es lohnt sich! Das Rezept ergibt etwa neun Brötchen (Durchmesser 8 cm)

200 g Mehl
2 Tl Backpulver
½ Tl Natron
½ Tl Salz
2 Eßlöffel sehr kalte Butter (wirklich wichtig - sonst zerfließen die Brötchen statt zu wachsen)
250 g Hartkäse – je würziger desto besser z.B. Gruyere, alter Gouda, Cheddar
3 eingelegte Pepperoni Schoten, entkernt und fein gehackt oder 1 Tl Chiliflocken
200 g Sauerrahm

Ofen auf 210° vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen.
In einer großen Schüssel das Mehl, das Backpulver, Natron und die Butter mit den Fingerspitzen zerreiben. Wenn die Mischung wie Grieß aussieht kann man aufhören. Auf jeden Fall sollten alle größeren Butterklümpchen ins Mehl eingearbeitet sein. Nun den kleingehackten Käse, er muss nicht gerieben sein, und die Pepperoni locker einrühren. Jetzt kommt der Sauerrahm rein und wird mit einem Esslöffel hinein gemischt. Jetzt kommt der matschige Teil: Mit den Händen den Teig so lange verkneten bis eine einheitliche Mischung entsteht – aber keinen Moment länger. Dann den Teig auf einer bemehlten Fläche flach drücken. Er sollte nicht höher als 1,5 cm sein. Nun ein Glas mit kleiner Öffnung nehmen und Kreise ausstechen. Je kleiner das Durchmesser des Glases desto höher wächst nachher das Brötchen - wird aber auch etwas trockener. Auf das vorbereitete Blech legen und ab in den Ofen. Nach ca. 15 - 20 Minuten (je nach Größe) sollten die Brötchen fertig sein. Sie sind goldbraun. Rausnehmen, 10 Minuten stehen lassen und lauwarm servieren. Sie schmecken auch kalt gut, auch wenn sie dann nicht mehr ganz so locker sind - im Toaster kann man sie auch wiederbeleben.

Wer mag, kann auch frische Kräuter unter den Teig mischen, oder Schinkenwürfel, oder Kümmel oder eingelegte trockene Tomaten, oder...

Freitag, 16. Januar 2009

Wochenendkuchen - Möhrenkuchen


Meistens backe ich am Mittwoch und am Samstag. Ich mag es, wenn der Duft von frischgebackenem Kuchen durch die Zimmer zieht und man immer etwas für unverhofften Besuch da hat. Meine Kuchen sind sicher nicht diättauglich, es ist nun mal die echte Butter, die volle Sahne, gute Bio-Eier und richtiger Zucker, die einem Kuchen den wahren Geschmack ohne störenden Nachgeschmack geben. Mir geht es jedenfalls so, dass ich nach dem Essen eines Kuchens, der versucht an Fett und Kalorien zu sparen, meistens noch hungrig bin oder etwas anderes essen will um schnell ein anderes Aroma zu schmecken. Vielleicht ist es vergleichbar mit der Enttäuschung, wenn man sich auf ein Steak freut aber nur ein Tofuschnitzel serviert bekommt. Der Ersatz macht nicht glücklich. Aber zum Glück kann man auch in einem sündigen Kuchen jede Menge Gemüse verstecken – hier also mein Wochenendkuchen:
Der super einfache Karottenkuchen mit Sauercremefüllung


250 g brauner Zucker
300 ml Speiseöl (Mazola)
4 große Eier
250 g Mehl
500 g fein geriebene Möhren
2 Tl Backpulver
2 Tl Natronsoda
1 Tl Zimt
Prise Salz
1 El gehackter kandierter Ingwer
ein handvoll gehackte Walnüsse

Füllung
250 g Puderzucker, 250 g Saure Sahne, 60 g Butter, Vanillezucker

Ofen auf 180 ° vorheizen. Zwei Tortenformen buttern und die Böden mit Backpapier auslegen.

Den Zucker mit dem Öl vermischen und dann ein Ei nach dem anderen hin zu fügen - sich ruhig Zeit lassen. Die Mischung muss dabei immer cremiger und schaumiger werden. Das Mehl, Backpulver, Natron, Zimt und Salz drübersieben. Danach die Möhren, die Walnüsse und den Ingwer unterheben.

Den Teig auf die zwei Formen aufteilen. Und etwa 50 Minuten backen. Danach zehn Minuten ruhen lassen, aus der Form lösen, umdrehen und abkühlen lassen.

Die Füllung vorbereiten: Zu der Sauren Sahne, der Butter und dem Vanillezucker nach und nach den Puderzucker reinmixen. Die Füllung sollte glatt und cremig sein – man kann je nach Wunsch und Geschmack die Proportionen aller Zutaten variieren.
Mit der Füllung den unteren Boden bestreichen, den anderen drauflegen und mit dem Rest den ganzen Kuchen dekorieren. Man kann auch Kokosflocken drüber streuen.